Der Handel mit Bitcoin ist in den Händen von professionellen Cybercriminellen. Dabei hätte man eigentlich annehmen können, dass es sich um weniger seriöse Personen handeln würde, wenn man auf die Erfolgswelle von Bitcoin mit der Verbreitung von Bitcoin-Handelsplattformen und -Brokern schaut. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Schätzungen zufolge gibt es in Deutschland über 100 Bitcoin-Broker, die gegen das Gesetz versto

Bitcoin wurde im Zuge der globalen Finanzkrise 2008 geboren – der geniale Programmierer Satoshi Nakamoto versuchte, das Problem elektronischer Zahlungen ohne Gebühren zu lösen. Die Authentizität von Bitcoin ist nach wie vor unbekannt und er ist weiterhin ein Ziel für Cyber-Kriminelle, was ein Hinweis darauf sein sollte, dass die Kryptowährung noch einen langen Weg vor sich hat, bevor sie eine weit verbreitete Zahlungsmethode wird.

Die Gründer der südafrikanischen Kryptowährungs-Investmentfirma AfriCrypt sind nach einem Hack mit 69.000 BTC verschwunden. Es gibt einen Hinweis auf einen riesigen Ausstiegsbetrug.

Mitte April erhielten die Investoren der südafrikanischen Kryptowährungs-Investmentfirma AfriCrypt eine rätselhafte E-Mail. Sie sagte, dass die Plattform nach dem Hack heruntergefahren und alle Konten eingefroren werden sollten. Kundenkonten wurden gehackt, ebenso wie Portfolios und Hubs. Vorübergehende Netzwerkausfälle sind nach Angaben des TK-Anlagenbetreibers keine Seltenheit.  Aber der beunruhigendste Teil der Nachricht war der Appell an die Investoren. Sie wurden gebeten, den Vorfall nicht bei der Polizei zu melden. Aus geschäftlicher Sicht wird dies die Erholung des Unternehmens nur verzögern.

Offenbar kommt das wahre Motiv für diese Bitte um Geheimhaltung erst jetzt ans Licht. Denn die beiden Gründer von AfriCrypt sind spurlos verschwunden, und mit ihnen 69.000 BTC. Unter Berücksichtigung der jüngsten Preissenkungen beläuft sich dies auf etwa 2,3 Mrd. $. Einem Bericht von Bloomberg zufolge sind die beiden Gründer von AfriCrypt kurz nach dem angeblichen Hack untergetaucht. Doch bevor es dazu kommen konnte, überwiesen Ameer Cajee, 20, und Raees Cajee, 17, das von den Investoren aufgebrachte Geld von einem Konto bei der First National Bank (FNB) in Johannesburg. Das flüchtige Duo wird im Vereinigten Königreich vermutet.

 

AfriCrypt lockte Investoren mit unrealistisch hohen Renditen

Allerdings ist die Sachlage noch nicht ganz klar. Sollte sich jedoch herausstellen, dass die Geschichte aufgehoben wird, wäre es laut Bloomberg der größte Fall seiner Art. In jedem Fall wurden die Investoren von AfriCrypt gewarnt, bevor die Gründer verschwanden. Ihnen wurden unrealistische Renditen versprochen – bis zu 10 % pro Tag. Die südafrikanische Anwaltskanzlei Hanekom Attorneys hat den Fall im Auftrag der betroffenen Nutzer bearbeitet.

Wir waren sofort misstrauisch, als die Ankündigung die Investoren aufforderte, nicht vor Gericht zu gehen. Mitarbeiter von Africrypt verloren sieben Tage vor dem angeblichen Hack den Zugang zu internen Plattformen.

berichtet die Anwaltskanzlei. Sie meldete den Fall an eine Eliteeinheit der nationalen Polizei, die Hawks. Der High Court der Provinz Gauteng in Südafrika hat die vorläufige Liquidation des Unternehmens der Brüder Kadji angeordnet. Sie haben bis zum 19. Juli 2021 Zeit, auf die Bestellung zu reagieren. Einen ähnlichen Fall gab es bereits in Südafrika mit Mirror Trading International (MTI). 23.000 BTC von Investoren verschwanden mit CEO Johann Steinberg. Berichten zufolge floh er nach Brasilien, um seiner Strafe zu entgehen.